Magdeburg (dpa/sa) - In Sachsen-Anhalt sind Schätzungen zufolge bereits fast 1300 der dort registrierten Tier- und Pflanzenarten ausgestorben. Das sagte Umweltministerin Claudia Dalbert (Grüne) am Dienstag in Magdeburg. "Oder sie sind zumindest verschollen, wir finden sie nicht mehr". Laut Ministerium gelten zudem beispielsweise 40 bis 50 Prozent der erfassten Insektenarten im Land als gefährdet.

Am Montag hatte ein Bericht über den alarmierenden Zustand der weltweiten Artenvielfalt informiert. Demnach sind global bis zu einer Million Tier- und Pflanzenarten vom Aussterben bedroht. Das entspricht laut Report etwa jeder achten Art. Als Gründe werden zahlreiche menschengetriebene Entwicklungen genannt, unter anderem der Verlust von Flächen als Lebensraum für Tiere und Pflanzen.

Sachsen-Anhalt will die Artenvielfalt stärken. Das ist eines von 17 Zielen, die in einer neuen Nachhaltigkeitsstrategie des Landes zusammengefasst wurden. Der Erhalt der Artenvielfalt soll laut Dalbert unter anderem mit einem Ausbau der ökologischen Landwirtschaft unterstützt werden. Flankiert von Fördergeldern soll der Anteil der Bio-Landwirtschaft in den kommenden Jahren auf 20 Prozent steigen. Derzeit liege das Land bei knapp acht Prozent.

Die Landwirtschaft nutzt aktuell mehr als 60 Prozent der gesamten Landesfläche in Sachsen-Anhalt. Sie hat damit besonders großen Einfluss auf die Artenvielfalt.

Die Strategie schreibt nicht nur Ziele im Bereich Naturschutz vor. So sollen alle Sachsen-Anhalter gesund leben können, die Lohnlücke zwischen Mann und Frau verringert oder Armut reduziert werden.

Nachhaltigkeitsstrategie des Landes Sachsen-Anhalt

Globaler Bericht des Weltdiversitätsrats