Magdeburg (dpa/sa) - Agrarministerin Claudia Dalbert will noch in diesem Jahr ein Gesetz vorlegen, das den Einfluss ortsfremder Investoren in der Landwirtschaft beschränken soll. "Alle sind sich einig, dass das Land im Besitz jener Menschen sein soll, die vor Ort auch Verantwortung tragen", sagte die Grünen-Politikerin der "Magdeburger Volksstimme" (Dienstag). Sie hoffe, dass der Entwurf für ein Agrarstrukturgesetz noch 2018 in den Landtag komme. Ein ähnliches Vorhaben war in der vergangenen Wahlperiode unter Dalberts Vorgänger Hermann Onko Aeikens (CDU) gescheitert.

Ackerland in Ostdeutschland steht einer Untersuchung des Braunschweiger Johann Heinrich von Thünen-Instituts zufolge verstärkt im Fokus von Finanzinvestoren. Anfang 2017 waren die Mehrheitseigentümer von rund einem Drittel der Landwirtschaftsbetriebe ortsfremde, überregional aktive Investoren. In Sachsen-Anhalt lag die Quote bei 22 Prozent.

Nach Angaben des Instituts sind in den vergangenen zehn Jahren viele Betriebe ortsansässiger Landwirte von externen Investoren übernommen worden. Verbände wie der Bauernbund und die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) in Sachsen-Anhalt dringen auf gesetzliche Regeln, damit Agrarland in der Hand der Bauern bleibt.

Interview in der "Magdeburger Volksstimme"