Leipzig/Magdeburg (dpa/sa) - Die kommenden Tage in Sachsen-Anhalt sollen wieder schwül werden. "Die Lage bleibt gewitterträchtig", sagte Sebastian Balders vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Leipzig. Bereits am Donnerstag könnten ortsweise heftige Gewitter mit Starkregen auftreten - vor allem im Westen und Süden des Landes. Für Freitag würden verbreitet teils unwetterartige Regenfälle erwartet. Wo es genau zu Gewittern komme, sei schwer vorherzusagen, erklärte Balders. Auch Hagel sei ortsweise möglich. Die Temperaturen schwankten - wie bereits am Donnerstag - zwischen 26 bis 29 Grad.

Der Präsident des Landesverbands der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft in Sachsen-Anhalt, Holger Hövelmann, mahnt aufgrund der zunehmenden Gewittergefahr indes zu richtigem Verhalten beim Baden. "Sofort aus dem Badegewässer raus und so weit wie möglich weggehen, sobald ein Gewitter aufzieht", erklärte Hövelmann in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. In den meisten Freibädern des Landes gebe es Unterstellmöglichkeiten mit Blitzableitern - etwa an den Umkleidekabinen. Diese sollten aufgesucht werden. Wer gerade an einem See oder Flussstrand sei, sollte möglichst in ein Auto oder tiefer gelegene Mulden huschen und Bäume meiden.

"Wasser ist ein guter Leiter und daher lebensgefährlich bei einem Gewitter", erklärte der Verbandspräsident. Bereits in der Grundschule würden die Kinder über das richtige Verhalten bei Blitz und Donner belehrt. An den öffentlichen Badestellen würden die Bademeister bei aufziehendem Gewitter die Gäste daran erinnern, das kühle Nass zu verlassen. Laut Hövelmann gibt es daher kaum Zwischenfälle.

Falls doch ein Mensch im Wasser von einem Blitz getroffen werde, sollten andere Retter nicht blindlings helfen. "Es bringt nichts, sich selbst in Gefahr zu begeben", so der DLRG-Landespräsident. Besser sei, die 112 zu rufen oder einen Bademeister zu alarmieren. Sonst gebe es im Zweifel gleich zwei Opfer.

In diesem Jahr starben in Sachsen-Anhalts Badegewässern bislang elf Menschen - darunter zwei Kinder. Gewitter waren an den Unglücken allerdings nicht schuld. Neun Menschen verunglückten beim Baden an unbewachten Gewässern.