Stendal (dpa/sa) - Sterben in Einsamkeit, Schmerz oder in einer fremden Umgebung: Das sind nur einige der Ängste von Todkranken. Als Alternative gelten die Angebote von Hospizen und Palliativdiensten, die in Sachsen-Anhalt weiter stark gefragt sind. Dabei habe das Coronavirus in den Einrichtungen zuletzt eine untergeordnete Rolle gespielt, sagte Ulrich Paulsen vom Hospiz- und Palliativverband in Sachsen-Anhalt. "Sorge vor Corona haben die Patienten weniger", so die Erfahrung des Klinikseelsorgers und Pfarrers. Allerdings seien die Hospize wegen der Pandemie keine offenen Häuser mehr: Besucher müssen sich anmelden und Hygienemaßnahmen einhalten werden. Es fehle der körperliche Kontakt bei der Betreuung.

Um Menschen die Arbeit von Hospizen näherzubringen, findet jährlich am zweiten Samstag im Oktober der Welthospiztag statt. Am 14. Oktober folgt der Deutsche Hospiztag. Es sei wichtig, dass Menschen über die Möglichkeit eines würdevollen und weitgehend beschwerdefreien Sterbens informiert werden, heißt es auch vom Ambulanten Hospiz- und Palliativberatungszentrum der Malteser in Magdeburg. Es sei die Aufgabe der Einrichtungen, Menschen die Ängste vor dem Sterben zu nehmen.

Etwa 1000 Ehrenamtliche begleiten Erkrankte in Sachsen-Anhalt beim Sterben - nicht nur in den sieben stationären Einrichtungen, sondern auch zuhause oder in Pflegeheimen. Das Ziel ist laut Paulsen, dass die Todkranken möglichst lange in ihrer gewohnten Umgebung bleiben können. Probleme bereite das im ländlichen Raum. Längere Fahrwege sorgten dafür, dass die Ehrenamtlichen weniger Patienten betreuen könnten. Hinzu komme die medizinische Versorgung, die nicht überall in hoher Qualität zugängig sei.

Es sei wichtig, sich frühzeitig mit den Möglichkeiten der Sterbebegleitung auseinanderzusetzen. "Bisher warten viele viel zu lange, bis sie sich trauen, Kontakt zu Hospizdiensten aufzunehmen", sagte Paulsen. Auch darum gehe es am Welthospiztag.

Mitteilung des DHPV

Mehr zum Welthospiztag