Magdeburg/Berlin (dpa/sa) - In Sachsen-Anhalt sind rund 6 Prozent der Schulanfänger nicht ausreichend gegen Masern geimpft. Das geht aus Daten hervor, die das Robert-Koch-Institut am Donnerstag in Berlin veröffentlichte. Die Experten werteten dafür die Ergebnisse der bundesweiten Untersuchungen von Kindern vor der Einschulung aus dem Jahr 2017 aus. Demnach hatten mit 98,3 Prozent aller Kinder zwar überdurchschnittlich viele die erste Impfung gegen das hoch ansteckende Virus. Doch die entscheidende zweite Impfung hatten nur noch knapp 94 Prozent bekommen.

Damit liegt der Anteil knapp einen Punkt unter der angestrebten Quote von 95 Prozent. Erreicht wurde sie zuletzt nur in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern, danach folgt schon Sachsen-Anhalt mit dem dritthöchsten Anteil geimpfter Kinder. Schlusslicht ist Baden-Württemberg (Quote 89,1 Prozent). Im Bundesschnitt waren laut Robert-Koch-Institut knapp 93 Prozent der untersuchten Kinder zweifach gegen Masern geimpft. Das entspreche einem Rückgang von 0,1 Punkten im Vergleich zu 2016.

Seit einigen Wochen wird bundesweit über eine Impfpflicht gegen Masern diskutiert, da wieder häufiger Menschen daran erkranken. Am Donnerstag bekräftigte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU), an Kindergärten und Schulen sollte eine solche Pflicht geltend. Auch in Sachsen-Anhalt sehen das die Ärztekammer und zahlreiche Politiker so.

FAQ zu Masern - Robert Koch-Institut

Aktuelles Epidemiologisches Bulletin zu Impfquoten (PDF)