Dresden (dpa) - Nach dem miserablen Saisonstart des 1. FC Magdeburg werden die kritischen Stimmen in der Mannschaft des Fußball-Drittligisten immer lauter. "Vier Spiele, ein Punkt - das ist für unsere Ansprüche zu wenig! Das haben wir uns alle anders vorgestellt", erklärte Jürgen Gjasula nach der 0:1-Niederlage am Samstag in Dresden.

In der vergangenen Woche hatte sich die Mannschaft einmal die Meinung gesagt. FCM-Kapitän Christian Beck berichtete vor der Partie in Dresden bei MagentaSport über eine Aussprache ohne den Coach. "Wir haben die Kabinentür zugemacht, um mal ohne den Trainer Klartext zu reden. Dass es so nicht weitergehen kann. Wir wissen alle Bescheid, was auf dem Spiel steht!", sagte der 32-Jährige. Er wurde nur zehn Minuten nach der Pause ausgewechselt und verweilte nach dem Schlusspfiff einsam auf der Auswechselbank.

Nur nicht wieder Abstiegskampf hieß die Devise vor dem Start in die neue Saison. Nach vier Spielen wartet das Team von Thomas Hoßmang aber noch immer auf den ersten Sieg und hat lediglich ein Tor erzielt. "Wir müssen schauen, dass wir die Dinge offensiv in eine andere Richtung bringen", sagte der 53 Jahre alte Trainer des FCM wortkarg bei seiner Rückkehr an seine frühere Wirkungsstätte als Profi. Ein Plan war daraus nicht zu erkennen, denn er ergänzte: "Ich kann nur Dinge analysieren und mit den Jungs ordentlich arbeiten".

Angreifer Sören Bertram zeigte dagegen auf, wie es in Zukunft gehen könnte. Er kritisiert vor allem die Ausrichtung des FCM. "Wir müssen wieder aktiv Fußball spielen, mehr auf Ballbesitz setzen", forderte der 29-Jährige. "Wenn wir uns nur hinten einbunkern und immer nur versuchen, die Null zu halten, wird es irgendwann schwer. Defensiv gut zu stehen ist die Basis in der 3. Liga. Wenn man die Bälle aber nach gefühlten zwei Sekunden wieder verliert und immer nur hinterherläuft, dann ist es vom Kopf auch irgendwann schwer."

Bereits am Freitag empfangen die Bördestädter den Aufsteiger Türkgücü München in der heimischen MDCC-Arena. Ein Sieg ist für den FCM Pflicht, will er nicht schon zu einer frühen Phase der Saison den Anschluss verlieren. Geschäftsführer Mario Kallnik wollte vor der Partie in Dresden noch nicht alles in Frage stellen. Doch nach einer erneuten Niederlage wäre wohl auch der wegen seiner Doppelfunktion in der Kritik stehende 45-Jährige zum Handeln gezwungen.

Ganz anders dagegen ist die Gefühlslage beim sächsischen Konkurrenten. Dresden hat nach zuletzt einem Remis und einer Niederlage den Abwärtstrend gestoppt, ehe es ungemütlich werden konnte. Mit nun sieben Punkten hält das Team von Markus Kauczinski den Anschluss an das Führungstrio der Tabelle und nimmt in die kommenden Wochen neues Selbstvertrauen mit. "Es ist wichtig für uns als Mannschaft zu sehen, wie wir agieren müssen, damit die Rädchen ineinandergreifen und wir eine erfolgreiche Mannschaft sein können", sagte der Siegtorschütze vom Samstag Yannick Stark.

Am nächsten Samstag kann der Aufstiegsfavorit beim Aufsteiger VfB Lübeck seinen dritten Sieg einfahren. "Gestärkt und mit einem positiven Gefühl" reist Dynamo laut Stark an die Ostseeküste.

Wie Dynamo hat auch der FC Hansa Rostock dank eines 3:2-Auswärtssieges bei Aufsteiger SC Verl wieder Kurs nach oben genommen. "Das war total anstrengend. Die Jungs sind ans Limit gegangen und haben den Sieg mit allem, was sie hatten, verteidigt", sagte Trainer Jens Härtel. Die Ostseestädter, die wie Dynamo nun sieben Punkte vorweisen, mussten eine halbe Stunde in Unterzahl spielen, nachdem Damian Roßbach wegen eines rüden Fouls des Feldes verwiesen worden war.

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