Magdeburg (dpa/sa) - Angesichts der hohen Corona-Zahlen fordert nun auch der Landeselternrat Sachsen-Anhalt, den Präsenzunterricht an den Schulen zehn Tage vor Weihnachten auszusetzen. "So soll ein Beitrag geleistet werden, um über die Feiertage die Zahl der Neuinfektionen zu reduzieren und Infektionen aus den Schulen nicht zu Weihnachten an Familienmitglieder der älteren Generationen weiterzugeben", teilte der Elternrat am Donnerstag mit. Das Bildungsministerium habe das aber abgelehnt.

Ein Sprecher des Ministeriums bestätigte die ablehnende Haltung. Zwar würden ähnliche Vorschläge derzeit bundesweit diskutiert. Allerdings gebe es in Sachsen-Anhalt derzeit keine konkreten Pläne für einen Lockdown des Schulsystems vor Weihnachten. Der Vorschlag soll am Donnerstag auch Thema auf der Kultusministerkonferenz (KMK) gewesen sein. Laut Teilnehmerkreisen wollten die meisten Landes-Bildungsminister die Schulen aber weiterhin so lange wie möglich offen halten.

Bildungsminister Marco Tullner (CDU) verteidigt seit Wochen, dass Sachsen-Anhalt an möglichst uneingeschränktem täglichen Unterricht für alle festhält. Er begründet das mit einem Recht auf Bildung und den Erfahrungen aus der Zeit der geschlossenen Schulen im Frühjahr. Reiner Fernunterricht mit digitalen Angeboten und Aufgaben für zuhause benachteilige lernschwache Schülerinnen und Schüler sowie Familien, denen technische Ressourcen fehlten, hieß es.

Zuvor hatte die Nationale Akademie der Wissenschaften, die Leopoldina in Halle, empfohlen, Kinder und Jugendliche möglichst ab dem 14. Dezember nicht mehr in die Schulen zu schicken. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) schloss sich diesem Vorschlag in einer emotionalen Rede am Mittwoch im Bundestag an.