Zeitz (dpa/sa) - Der Lutherpreis "Das unerschrockene Wort" geht 2021 an drei Bürgerrechtlerinnen aus Weißrussland. Die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung für Demokratie und Freiheit soll am 24. April im rheinland-pfälzischen Worms verliehen werden, teilte die Stadt Zeitz in einer gemeinsamen Erklärung des Bunds der Lutherstädte am Mittwoch mit. Die drei Bürgerrechtlerinnen Weronika Zepkalo, Swetlana Tichanowskaja und Maria Kolesnikowa entfachten in den Wochen vor den Präsidentschaftswahl in Belarus eine Protestwelle gegen den amtierenden Präsidenten Alexander Lukaschenko und den von ihm geschaffenen Unrechtsstaat, hieß es. Eine der Aktivistinnen befinde sich nun in Haft, die beiden anderen seien mittlerweile im Ausland.

"Diese drei Frauen stehen stellvertretend für Tausende von friedlich demonstrierenden Menschen, die derzeit für politische Veränderungen in Weißrussland kämpfen", hieß es in der Begründung der Jury des Bundes der Lutherstädte. Mit dem Preis "Das unerschrockene Wort" will der Verbund die Entschlossenheit, das mutige Auftreten und den friedlichen Widerstand gegen Ungerechtigkeit und Unterdrückung honorieren.

"Ich gratuliere sehr herzlich zu dieser verdienten Auszeichnung und hoffe sehr, dass "Das unerschrockene Wort" aufgrund seines Bekanntheitsgrades und seiner Reichweite die demokratischen Bestrebungen in Weißrussland beflügeln kann", erklärte der Oberbürgermeister der Stadt Zeitz, Christian Thieme. Die drei Preisträgerinnen hätten sich für eine positive gesellschaftliche Entwicklung stark gemacht.

Im Bund der Lutherstädte sind den Angaben nach 16 Orte in Deutschland - darunter Zeitz, Wittenberg, Torgau, Eisenach und Worms - zusammengeschlossen. In ihnen wirkte und lebte der Reformator Martin Luther (1483-1546). Im Sinne der Zivilcourage von Luther werden alle zwei Jahre Persönlichkeiten mit dem Preis für ihre Worte und Taten geehrt.