Frankfurt/Main (dpa) - Die Anti-Doping-Kämpferin Ines Geipel kritisiert das fehlende Interesse an einer weiteren Aufklärung des staatlichen Sportbetrugs der DDR und der Folgen. "Die Aufarbeitung in diesem Feld tendiert mittlerweile gen nicht existent. Es interessiert nicht, ist Schnee von gestern", kritisiert sie im Interview der Deutschen Presse-Agentur. "Themen wie sexueller Missbrauch, Gewalt, strukturelle Abhängigkeiten haben wir ja dabei noch nicht mal angefasst."

Von 2013 bis 2018 war sie Vorsitzende des Vereins Doping-Opfer-Hilfe. "Die DDR-Dopingopfer hatten von vornherein null Lobby, obwohl die Zahl der Geschädigten heute immer noch steigt", betonte die gebürtige Dresdnerin. "Ich wollte helfen, für die vielen Geschädigten eine Struktur aufzubauen und dezidiert Politik für sie zu machen. Sie sind ja da, sie brauchen Hilfe", meinte die frühere Weltklassesprinterin, die am Dienstag (7.7.) ihren 60. Geburtstag feiert. Und sowas schmecke nicht jedem. "Das ist auch ein Politikum. Man kann ja nun nicht gerade behaupten, dass der organisierte Sport das Leid der Sportopfer all die Jahre wie eine Losung vor sich hergetragen hätte."