Magdeburg (dpa/sa) - Polizistinnen und Polizisten haben in Sachsen-Anhalt seit Beginn der Pandemie Tausende Stunden lang die Einhaltung der Corona-Maßnahmen kontrolliert. Bis kurz vor Weihnachten seien 260 000 Einsatzstunden für Corona-Kontrollen gezählt worden, sagte der Landeschef der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Uwe Bachmann, der Deutschen Presse-Agentur unter Berufung auf eine Statistik des Innenministeriums. Vor allem die Bereitschaftspolizei des Landes und die Kräfte des Zentralen Einsatzdienstes in den Revieren seien dafür im Einsatz gewesen.

Seit Beginn der Corona-Pandemie sei die Belastung für viele Kolleginnen und Kollegen deutlich gestiegen, sagte Bachmann. Zwar mussten sie viel seltener ausrücken, um Demos, Fußballspiele und Großveranstaltungen abzusichern. Im Gegenzug seien aber eben die vielen zusätzlichen Einsatzstunden für Corona-Kontrollen angefallen. "Unter dem Strich ist das keine Entlastung, sondern mindestens das gleiche Niveau."

Auch Polizistinnen und Polizisten müssten, wie viele andere Menschen, versuchen, ihren Job mit der Kinderbetreuung, Heimunterricht und der Versorgung älterer Verwandter unter einen Hut zu bekommen, sagte der GdP-Landeschef. Allerdings führe an der Mehrarbeit für die Polizisten kein Weg vorbei. "Die Ordnungsämter schaffen es nicht allein", sagte er. "Wir müssen es machen und dafür ist Polizei letztlich auch da."

Ähnlich sieht es Ministerpräsident Reiner Haseloff. Ähnlich wie die Beschäftigten in den Krankenhäusern müssten viele Ordnungskräfte derzeit Überstunden machen, weil das Land in einer schweren Krise stecke, sagte der CDU-Politiker. "Wenn wir noch eine Tausendschaft rekrutieren könnten an Polizisten, um die Lücken aufzufüllen, dann würden wir das tun."

Polizei und Ordnungsämter kontrollieren seit dem Frühjahr 2020, ob sich die Menschen an die Kontaktbeschränkungen halten und Läden geschlossen bleiben. Im Harz sind sie am Wochenende zudem verstärkt im Einsatz, um große Menschenansammlungen in den beliebten Rodel- und Skigebieten zu verhindern. Von Montag an könnten schwer von der Pandemie getroffene Kreise zudem anordnen, dass sich ihre Bürger nur noch in einem Umkreis von 15 Kilometer um ihren Heimatort bewegen dürfen. Auch das soll die Polizei laut Haseloff kontrollieren.

Der regionale wie bundesweite Flickenteppich an Regeln sei schwer zu durchschauen, gab der Polizeigewerkschafter Bachmann zu bedenken. Polizistinen und Polizisten, die in verschiedenen Kreisen eingesetzt seien, müssten die Regeln jederzeit parat haben. Bachmann plädierte dafür, möglichst einheitliche Maßnahmen im Kampf gegen die Pandemie zu erlassen.