Halle (dpa/sa) - Die Ausbreitung des Coronavirus führt bei den Arbeitsagenturen in Sachsen-Anhalt zu verstärkten Nachfragen nach Kurzarbeitergeld. "Da sind zum Beispiel Unternehmen dabei, die von den Zulieferengpässen betroffen sind oder auch solche aus der Tourismus- und Messebaubranche, denen Aufträge wegbrechen, weil Großveranstaltungen abgesagt werden", berichtete der Geschäftsführer der für Sachsen-Anhalt zuständigen Regionaldirektion, Markus Behrens, am Mittwoch in Halle.

Wenn es wegen der weltweiten Krankheitsfälle durch das Coronavirus zu Arbeits- und Entgeltausfällen komme, könnten davon betroffene Arbeitnehmer Kurzarbeitergeld erhalten, erläuterte Behrens. Voraussetzung sei, dass "durch wirtschaftliche Ursachen und ein unabwendbares Ereignis die üblichen Arbeitszeiten vorübergehend wesentlich verringert sind." Das könne etwa der Fall sein, wenn aufgrund des Sars-CoV-2-Virus Lieferungen ausblieben, die Produktion stagniere und dadurch die Arbeitszeit verringert werden müsse.

Auch staatliche Schutzmaßnahmen, wie etwa eine Betriebsschließung, die zu Arbeits- und Entgeltausfall führten, könnten nach den Angaben des Geschäftsführers eine Voraussetzung für einen Anspruch auf Kurzarbeitergeld sein. Zu beachten sei, dass die Arbeitsagenturen jeden Einzelfall prüfen müssten - und in jedem Einzelfall die wirtschaftliche Ursache anders bewertet werden könne.