Magdeburg/Berlin (dpa/sa) - In einem offenen Brief an Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) kritisieren zahlreiche Spitzenpolitiker der Grünen eine geplante Abstandsregelung zum Ausbau der Windenergie. Diese mache es unmöglich, die Klimaziele für 2030 zu erreichen und schade der Industrie massiv, heißt es in dem am Freitag veröffentlichten Schreiben. "Das Ergebnis Ihrer Politik ist nicht weniger als ein Ausverkauf einer der Schlüsselindustrien des 21. Jahrhunderts", schreiben unter anderem die Parteivorsitzenden Annalena Baerbock, Anton Hofreiter sowie der Fraktionsvorsitzende im Bundestag Oliver Krischer.

"Altmaier stoppt die Energiewende. Ihm sind die Klimaziele offensichtlich einfach egal", teilte Landesenergieministerin Claudia Dalbert der Deutschen Presse-Agentur mit. Dalbert, die den Brief ebenfalls unterschrieben hat, betonte zudem, dass es gerade im Süden Sachsen-Anhalts einen deutlichen Ausbau der Windenergie brauche.

Einem aktuellen Gesetzesentwurf von Altmaier zufolge soll der Abstand bundeseinheitlich künftig 1000 Meter betragen. Ein für Montag vorgesehener Kabinettsbeschluss wurde verschoben, weil in der schwarz-roten Koalition darüber Uneinigkeit entbrannte. Der Ausbau der Windkraft an Land war in diesem Jahr fast zum Erliegen gekommen. Als Hauptgründe gelten lange Genehmigungsverfahren, zu wenige nutzbare Flächen und viele Klagen von Bürgerinitiativen.

Angaben der Grünen zufolge sind seit 2017 mindestens 36 000 Jobs in der Windbrande verloren gegangen. Dies seien mehr Arbeitsplätze als es in der Braunkohle derzeit noch gebe.