Magdeburg/Bad Dürrenberg (dpa/sa) - Gut 160 Handwerker haben sich für ihren Schritt in die Selbstständigkeit bisher eine zusätzliche Finanzspritze des Landes gesichert. Das teilte die Investitionsbank auf Anfrage mit. Damit hat sich die Zahl der geförderten Meisterinnen und Meister binnen eines Jahres verdoppelt. Im Sommer vorigen Jahres hatten 78 Menschen den Zuschuss sicher. Gestartet war das Programm im Juli 2017. Besonders häufig nutzten Handwerker aus dem Harz (20 Mal) die Unterstützung des Landes. Auch in den Saalekreis (19 Mal) und in den Kreis Mansfeld-Südharz (18 Mal) floss die Prämie besonders oft. Im ersten Halbjahr 2019 sicherten sich 27 Menschen den Zuschuss.

Profitieren können Meisterinnen und Meister, die einen Betrieb gründen oder übernehmen. Wer mindestens 15 000 Euro investiert, bekommt noch einmal 10 000 Euro dazu. Seit Programmstart zahlte das Land den Angaben zufolge 1,6 Millionen Euro an die Gründer aus. Die geförderten Meister investierten ihrerseits gut 9 Millionen Euro.

Eine der ersten Förderzusagen ging an Ramona Gräfe aus dem Saalekreis. In ihrem neu eröffneten Salon schnitt sie auch Wirtschaftsminister Armin Willingmann (SPD) im Herbst 2017 die Haare. Den Schritt in die Selbstständigkeit hat Gräfe nicht bereut. "Wir sind völlig ausgebucht und ich plane, mich in zwei bis drei Jahren zu vergrößern." Statt einer habe sie inzwischen zwei Angestellte, von der sich allerdings eine bald in die Babypause verabschiedet. "Wenn sie wiederkommt, wollen wir zu dritt bleiben."

Vor der Eröffnung ihres eigenen Salons habe sie sich an verschiedenen Stellen Rat und Unterstützung geholt, erzählte Gräfe. Vor allem das Merseburger Innovations- und Technologiezentrum, kurz Mitz, habe ihr bei der Existenzgründung geholfen. So sei sie auch auf die Prämie aufmerksam geworden. "Ich hätte den Schritt auch so gewagt, aber das war schon ein schöner Geldregen." Der Zuschuss erlaube ihr, die aufgenommenen Kredite schneller abzuzahlen, sagte Gräfe.

Noch in diesem Jahr will das Land einen weiteren finanziellen Bonus für Meisterinnen und Meister im Handwerk einführen, wie ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums sagte. Dieses Mal geht es um die sogenannte Meisterprämie. Jeder Handwerker, der in Sachsen-Anhalt seine Meisterprüfung ablegt, soll 1500 Euro vom Land bekommen. Der Bonus ist als Anerkennung gedacht. Die Kosten für die Ausbildung liegen deutlich höher und müssen von den angehenden Meistern selbst getragen werden.