Halle (dpa/sa) - Halles Oberbürgermeister Bernd Wiegand (parteilos) hat den Teil-Lockdown verteidigt. Man habe im Interesse der Gesundheit von Bund und Land abwägen müssen, welche Bereiche im November geschlossen werden müssen, um die Corona-Pandemie einzudämmen. Bei 75 Prozent der Fälle seien die Umstände der Infektion nicht nachvollziehbar. "Wir haben eine Situation erreicht, die gefährlicher ist als im Frühjahr", sagte Wiegand am Dienstag. Der Oberbürgermeister appellierte erneut eindringlich an die Menschen, sich an die Abstands- und Hygieneregeln sowie die Maskenpflicht zu halten.

"Wenn man sich heute infiziert, kann man in drei Wochen auf der Intensivstation liegen", sagte Wiegand mit Blick auf die Gefahren durch das Virus, wogegen es in Deutschland noch keinen zugelassenen Impfstoff gibt. In der Stadt mit rund 238 000 Einwohnern habe der Sieben-Tage-Wert bei den Corona-Infektionen einen neuen Höchststand erreicht. Am Dienstag seien 63,20 neue Fälle auf 100 000 Einwohner binnen sieben Tage gemeldet worden.

Halle gilt als Corona-Risikogebiet in Deutschland. Aktuell werden in der Stadt 17 Menschen angesichts einer nachgewiesenen Coronavirusinfektion im Krankenhaus behandelt, vier davon auf Intensivstation. Insgesamt 296 im Labor nachgewiesene Corona-Fälle gibt es in der Stadt. Seit Beginn der Pandemie im Frühjahr waren es 938 Fälle. Davon gelten 628 Menschen als geheilt. In Halle sind laut Stadt bisher insgesamt 14 Menschen mit und an dem Coronavirus gestorben.

Bund und Länder hatten sich vorige Woche darauf verständigt, für den November das öffentliche Leben deutlich herunterzufahren, um die Pandemie einzudämmen. Deswegen dürfen zahlreiche Dienstleister, Freizeit- und Kultureinrichtungen nicht öffnen. Touristische Übernachtungen und Restaurantbesuche sind ebenso wenig erlaubt wie Treffen von mehr als zwei Haushalten.

Statement Oberbürgermeister Bernd Wiegand