Greifswald (dpa) - Mit einer Resolution haben die Präsidenten der ostdeutschen Handwerkskammern (HWK) gleiche Lebensverhältnisse in Ost und West gefordert. "Der Fachkräftemangel belastet vor allem die Wirtschaft in den östlichen Bundesländern aufgrund der Abwanderungen junger Menschen und der demografischen Entwicklung", sagte der Präsident der HWK Ostmecklenburg-Vorpommern, Axel Hochschild in Greifswald. Er war dort am Freitag beim Treffen der Präsidenten dabei. Auch nach Ende des Solidarpakts II in diesem Jahr müsse der Osten gestärkt werden. Der Ost-Beauftragte der Bundesregierung, Christian Hirte, sagte, die ostdeutschen Länder könnten auch künftig auf die Hilfe der Bundesregierung vertrauen.

Konkret fordern die HWK-Präsidenten unter anderem Azubi-Tickets im gesamten Osten, damit Auszubildende ihre Berufsschulen erreichen könnten. Der Bahnverkehr müsse schneller, die Takte dichter werden. Wichtige Strecken müssten zweispurig ausgebaut und elektrifiziert werden. Zudem sollten etwa Autobahnbrücken saniert und Straßenbauplanungen beschleunigt werden.

Hintergrund der Resolution ist der Fachkräftemangel, der ostdeutsche Firmen besonders trifft. Im Osten sank die Zahl der Azubis den HWK zufolge um 50 Prozent seit den 1990er Jahren, im Westen nur um zwölf Prozent. Dadurch, dass viele Handwerksbetriebe in den ostdeutschen Ländern nach der Wende gegründet wurden, stünden diese nun vor einem Nachfolgeproblem.