Halle (dpa/sa) - Hunderte Menschen haben den nach dem rechtsextremen Terroranschlag in Halle wiedereröffneten Imbiss "Kiez-Döner" besucht. Etwa 1700 bis 2000 Menschen seien im Laufe des Wochenendes da gewesen, schätzte der ehemalige Betreiber Izzet Cagac am Montag. Zuvor hatte die "Mitteldeutsche Zeitung" berichtet. "Es war sehr schön und sehr gut gefüllt", sagte Cagac. Zudem bestätigte er, dass der Laden nach der Eröffnung am Samstag nun wieder normal geöffnet sei. Zuvor hatten die neuen Besitzer Bedenken geäußert, ob sie den Laden, der sie an die Tat erinnere, normal weiterbetreiben wollen.

Am Samstag hatte Cagac den Brüdern Ismet und Rifat Tekin eine Geschenk- und Abtretungsvereinbarung für das Geschäft überreicht, um sie zu unterstützen. Die Mitarbeiter hatten während des Anschlags Dienst. "Ich wünsche meinen Nachfolgern viel Kraft, um das schreckliche Ereignis vom 09.10.2019 zu verarbeiten und viele Kunden unterschiedlicher Kulturen und Religionen", heißt es in der Abtretungsvereinbarung.

Vor gut fünf Wochen hatte ein schwer bewaffneter Mann versucht, in einer Synagoge ein Massaker anzurichten. Er scheiterte an einer verschlossenen Tür und erschoss vor dem Gotteshaus eine zufällig vorbeilaufende Frau und kurz darauf einen Mann in dem nahen Dönerladen. Der Täter wurde später festgenommen und räumte ein antisemitisches und rechtsextremes Motiv ein.