Salzgitter/Paris (dpa/lni) - Die IG Metall warnt vor Jobverlusten im Zuge der geplanten Übernahme der Zugsparte von Bombardier durch Alstom. Der Bezirksleiter der Gewerkschaft in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt, Thorsten Gröger, forderte die Politik auf, das Vorhaben beider Unternehmen genau im Auge zu behalten. "Es wäre absurd, wenn die Beschäftigten der Bahnindustrie ausgerechnet jetzt, wo alle Welt über einen Ausbau des öffentlichen Verkehrs redet, wegen der Gewinnfantasien von Konzernmanagern Angst um ihre Arbeitsplätze haben müssten", sagte er. In Salzgitter betreibt der französische Bahntechnik-Konzern Alstom sein größtes Werk. Dort hatte es schon mehrfach Streit zwischen Management und Betriebsrat gegeben.

Bund und Land müssten nun "zügig" Einblick in die Strategien von Alstom und seinem Partner - dem kanadischen Hersteller Bombardier - erhalten, verlangte der Gewerkschafter. Dabei müsse klar werden, dass "eine Konsolidierung zulasten der Beschäftigten nicht akzeptiert werde", wenn man weiter Züge in Deutschland verkaufen wolle, betonte die IG Metall. Der Betriebsratschef im Alstom-Werk Salzgitter, Thomas Ueckert, sieht zwischen beiden Unternehmen Überschneidungen etwa bei Regionalzügen sowie bei U- und Straßenbahnen. Befürchtet werden Verlagerungen an Billigstandorte.

Mitteilung Alstom vom 17.2.2020

Mitteilung Bombardier vom 17.2.2020