Stendal (dpa/sa) - Im Mammutprozess um die illegale Müllentsorgung in der Tongrube Möckern (Jerichower Land) rückt am Landgericht Stendal das Urteil näher. Die Schlussvorträge hätten begonnen, im Mai sei mit dem Urteil zu rechnen, teilte das Landgericht am Freitag mit. Der Prozess hatte Anfang Juni 2015 begonnen, Ende dieses Monats werden 136 Sitzungstage absolviert sein.

Angeklagt sind laut Gericht sechs Männer wegen unerlaubter Abfallbeseitigung und unerlaubten Betreibens einer Abfallentsorgungsanlage. Die beiden Hauptangeklagten sollen als eingetragene oder faktische Geschäftsführer des verantwortlichen Unternehmens zwischen Juni 2005 und Mai 2006 etwa 171 000 Tonnen Abfall illegal im ehemaligen Tagebau eingelagert haben.

Weil andere als die zugelassenen Stoffe verwendet wurden, soll der Boden verunreinigt worden sein. Zudem sollen sich giftige Gase gebildet haben. Die vier weiteren Angeklagten sind wegen Beihilfe angeklagt. Im Fall einer Verurteilung drohen den Männern Haftstrafen von bis zu zehn Jahren.

Ein paralleles Verfahren wegen illegaler Lagerung von Müll in der Tongrube Vehlitz (Jerichower Land) war am 16. März mit einem Urteil zu Ende gegangen. Nach über drei Jahren Verhandlungsdauer wurden drei Männer zu Haftstrafen von 4 Jahren und 6 Monaten, 3 Jahren und 3 Monaten sowie eineinhalb Jahren auf Bewährung verurteilt. Ein Angeklagter erhielt eine Verwarnung mit Strafvorbehalt, zwei wurden freigesprochen. Das Urteil wird durch den Bundesgerichtshof geprüft, mehrere Angeklagte sowie die Staatsanwaltschaft haben es angefochten.