Magdeburg/Frankfurt/Main (dpa/sa) - Der Datenklau an Geldautomaten, das so genannte Skimming, spielt in Sachsen-Anhalt nach Angaben aus der Kreditwirtschaft praktisch keine Rolle mehr. 2020 tauchte diese kriminelle Masche - wie auch schon im Vorjahr - hierzulande nicht auf, wie Euro Kartensysteme mitteilte. Die Frankfurter Einrichtung kümmert sich im Auftrag der deutschen Kreditwirtschaft um das Sicherheitsmanagement für Zahlungskarten.

Das Ausspähen von Kartendaten und Geheimnummern (PIN) an Geldautomaten sei ein "Auslaufmodell", hieß es. Euro Kartensysteme registrierte 2020 auch in Thüringen, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Bremen keine Skimming-Fälle.

Bundesweit sei ein Schaden von mehr als einer Million Euro entstanden durch den Datenklau an Geldautomaten. Im Vorjahreszeitraum beliefen sich die Schäden auf rund 1,28 Millionen Euro, im Gesamtjahr 2019 waren es etwas mehr als 1,4 Millionen Euro Schaden.

Die Branche führt den Rückgang vor allem auf Investitionen in die sogenannte EMV-Technik zurück: Dabei sind Bezahlkarten mit einer Art Mini-Computer ausgestattet, die Karte wird bei jedem Gebrauch auf Echtheit geprüft. Im Jahr 2013 beliefen sich die "Skimming"-Schäden in Deutschland noch auf 11,3 Millionen Euro, 2012 wie 2011 waren es sogar jeweils 34 Millionen Euro.

In Sachsen-Anhalt sind die "Skimming"-Fälle schon vor mehreren Jahren deutlich zurückgegangen. 2010 etwa waren laut LKA landesweit rund 70 Fälle aktenkundig geworden, 2011 noch 45 mit einem festgestellten Schaden von gut 550 700 Euro. Damit lag die Schadenssumme schon um 40 Prozent niedriger als noch 2010. Seitdem gingen die Zahlen weiter zurück.

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