Erfurt/Leipzig (dpa/th) - Die Corona-Krise hat die Probleme im ostdeutschen Maschinen- und Anlagenbau noch verschärft. Die Auftragslage sei angespannt, Produktionskapazitäten nicht ausgelastet und Kurzarbeit weit verbreitet, teilte der Verband VDMA am Donnerstag mit. Teilweise könnten Maschinen an Kunden nicht ausgeliefert werden, weil Monteure keinen Zugang zu geschlossenen Betriebsstätten hätten oder Reisebeschränkungen unterlägen. Zudem dauerten Transporte sehr lange. 65 Prozent der Betriebe rechneten mit einem eher schlechten, 22 Prozent mit einem sehr schlechten Geschäftsjahr 2020.

Das habe eine Umfrage bei 350 Mitgliedsfirmen in Berlin, Brandenburg, Sachsen, Thüringen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern ergeben. Der Strukturwandel in der Automobilindustrie und in der Energiewirtschaft, aber auch internationale Risiken hatten dem Maschinenbau bereits im vergangenen Jahr zugesetzt.

Im ersten Quartal - und damit erst am Anfang der Corona-Krise - habe nur jedes zweite Unternehmen seine wirtschaftliche Situation als gut bewertet, erklärte Oliver Köhn, Geschäftsführer des VDMA-Landesverbandes. Die Produktionskapazitäten seien durchschnittlich nur zu 75 Prozent ausgelastet gewesen. Ähnlich niedrig sei der Wert zuletzt nach der Bankenkrise Ende 2009 gewesen.

Vielfach hätten die Firmen mit Überstundenabbau, dem Leeren von Arbeitszeitkonten, Urlaub und der Verringerung von Leiharbeit reagiert. Im März sei verstärkt Kurzarbeit dazugekommen. Bis Ende März 2020 führten nach Verbandsangaben rund 44 Prozent der Unternehmen Kurzarbeit ein, weitere 20 Prozent beantragten Kurzarbeit.

Weil fertige Maschinen in den Werkhallen bleiben, drohten den Unternehmen Liquiditätsengpässe. Neben dem bestehenden Hilfsprogramm wünschten sich viele Unternehmen schnelle Steuerentlastungen sowie Zuschüsse statt Kredite.

Maschinenbauverband