Magdeburg (dpa/sa) - Für Silvester gibt es in Sachsen-Anhalt voraussichtlich keine Lockerungen der Corona-Regeln. "Silvester kann man schon im Prinzip ausbuchen, da werden wir bei der straffen Regelung mit Sicherheit bleiben. Über Weihnachten sind wir noch in der Entscheidungsphase, ob wir bei der angekündigten Möglichkeit bis zu zehn Personen bleiben", sagte Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) nach einer Kabinettssitzung. Das Kabinett werde in der kommenden Woche entscheiden. Aktuell dürfen sich maximal fünf Menschen treffen, Kinder unter 14 Jahren nicht mitgezählt.

Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne (SPD) kündigte an, man sehe sich die Zahlen in dieser Woche an. Wenn die sich nicht verbesserten, werde die Verordnung mit den fünf Personen fortgeschrieben. "Dann wird es nicht das geben, was man ja in Anführungsstrichen als Lockerung vor Weihnachten gesehen hat mit den zehn Personen." Ursprünglich war geplant, dass sich über die Feiertage bis zu zehn statt fünf Menschen treffen können sollen. Das war aber immer abhängig gemacht worden vom Infektionsgeschehen. Haseloff und Grimm-Benne appellierten an die Bürgerinnen und Bürger, die Regelungen einzuhalten, um die Infektionszahlen zu senken.

Sachsen-Anhalt hat im Vergleich etwa zu Thüringen und Sachsen geringere Infektionszahlen. Am Dienstagnachmittag betrug die Zahl der Ansteckungen mit Sars-CoV-2 je 100 000 Einwohnern und einer Woche 133,23. Die Zahl der aktuell Infizierten stieg weiter auf 5480. In Sachsen, wo es massenhafte Corona-Infektionen gibt und eine Sieben-Tage-Inzidenz von über 300, wird das öffentliche Leben heruntergefahren. Der bisher geltende Teil-Lockdown wird dort ab kommenden Montag verschärft. Schulen, Kitas, Horte und viele Geschäfte sollen geschlossen werden. Geöffnet bleiben sollen Lebensmittelgeschäfte und Geschäfte für den Grundbedarf. In Thüringen sollen die Corona-Kontaktbeschränkungen an den Weihnachtsfeiertagen wegen der hohen Infektionszahlen nicht gelockert werden.

Grimm-Benne sagte, sie blicke mit Sorge auf die Region an der Landesgrenze zu Sachsen, wenn dort ein harter Lockdown vollzogen werde. Es müsse unbedingt gemeinsame Regelungen geben, damit es keinen Einkaufstourismus ins südliche Sachsen-Anhalt gebe. "Dann müsste man nämlich gucken, ob man im Burgenlandkreis und im Süden tatsächlich auch ähnliche Regelungen trifft, damit das nicht grenzübergreifend - in Anführungsstrichen - zu einem Tourismus kommt."