Berlin (dpa) - Linken-Chefin Katja Kipping hat Ost- und Westdeutsche dazu aufgefordert, sich Fehler bei der Wiedervereinigung gegenseitig zu verzeihen. "Traumatisierungen werden oft erst dann erkennbar, wenn das Schlimmste überstanden und wieder ein Stück Sicherheit eingetreten ist. An dem Punkt sind wir gerade", sagte sie der "Rheinischen Post" (Montag).

Nach der Wende hätten die Ostdeutschen viel Vertrautes verloren. "Um dieses gesellschaftliche Trauma zu bearbeiten, brauchen wir neben sozialer Sicherheit und Revitalisierung des Öffentlichen einen gesamtdeutschen Wärmestrom in Form von wirklichem Interesse und Respekt für den Osten." Neben der Fehleranalyse werde zur Einheit am Ende aber auch gehören müssen, dass sich Ostdeutsche und Westdeutsche gegenseitig Fehler der Vergangenheit verzeihen.