Halle (dpa/sa) - Die Kommunen in Sachsen-Anhalt haben bisher mehr Geld ausgegeben als eingenommen, stehen aber trotz Corona-Krise besser da als vor einem Jahr. In den ersten neun Monaten dieses Jahres lag das Defizit in den kommunalen Kassen bei 125 Millionen Euro, wie das Statistische Landesamt am Freitag in Halle mitteilte. Damit war das Minus rund 38,5 Millionen Euro kleiner als im Vorjahreszeitraum. Grund für diese Entwicklung ist den Statistikern zufolge vor allem die Liquiditätshilfe von Bund und Land zur Abfederung der negativen Coronafolgen.

So hatte Sachsen-Anhalt unter anderem eine große Rate aus dem Finanzausgleich schon im Sommer überwiesen, die erst im Dezember fällig gewesen wäre. Zum Jahresende gab es von Bund und Land dann fast 200 Millionen Euro, um wegfallende Gewerbesteuern aufzufangen. Damit bekamen Städte und Gemeinden ihre regulären Einnahmen nicht nur eher, sondern tatsächlich zusätzliche Hilfen.

Laut Statistischem Landesamt nahmen die Kommunen zwischen Januar und September rund 520 Millionen Euro an Gewerbesteuern ein. Das waren knapp 18 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Die wichtige Grundsteuer für Bau- und Wohngrundstücke sorgte für 189 Millionen Euro Einnahmen, was einem Plus von 1,2 Prozent entspricht.

Laut Mitteilung nehmen die Kommunen in Sachsen-Anhalt mehr als die Hälfte ihrer Einnahmen durch Zuweisungen und Umlagen ein, jeder fünfte Euro kommt durch Steuern und Abgaben rein. Bei den Ausgaben macht Personal mit 23,5 Prozent den größten Anteil aus.

Mitteilung des Statistischen Landesamts