Magdeburg (dpa/sa) - Gerade zeigen sie Höchstleistung, um die Pakete-Flut im Lockdown und vor Weihnachten zu bewältigen: Paketzusteller und Postboten gehören laut einem Vergleich der Barmer neben Pflegekräften zu den Berufsgruppen mit den höchsten Ausfallraten. 29 Tage fielen Briefträger, Paketzusteller und Kurierfahrer pro Jahr aus und damit sieben Tage mehr als die Sachsen-Anhalter im Durchschnitt mit 22,1 Tagen. Das geht aus dem aktuellen Barmer-Gesundheitsreport 2019 hervor. Die Daten basierten auf Diagnosedaten von 3,8 Millionen erwerbstätigen Versicherten, 110 000 davon lebten in Sachsen-Anhalt.

Neben Paketzustellern und Postboten fielen auch Beschäftigte in Pflegeheimen mit 30,4 Tagen oft aus, aber auch Mitarbeiter der öffentlichen Verwaltung mit 29,6 Tagen oder des Einzelhandels mit 24,9 Tagen. Am wenigsten krank sind laut der Erhebung der Krankenkasse Softwareentwickler mit 13,7 Krankheitstagen, Beschäftigte in der Forschung fielen 14,7 Tage pro Jahr aus.

"Dass die Fehlzeiten der Post-, Kurier- und Expressdienste den ohnehin schon sehr hohen Schnitt an Krankheitstagen im Land um nochmals 31 Prozent überschreiten, ist bedenklich", erklärte Barmer-Landesgeschäftsführer Axel Wiedemann. "Die mehr als 9000 Beschäftigten bei Post-, Kurier- und Expressdiensten in Sachsen-Anhalt machen einen Knochenjob." Besonders viele Fehltage der Zusteller fielen auf Januar, Februar und Dezember.

Und einen Tipp hält Wiedemann bereit: "Um die Paketfahrer zu entlasten, könnte man vielleicht bei der nächsten Lieferung ein paar Schritte entgegengehen, Ablagestellen abstimmen - und sich mit einem Lächeln oder einer kleinen Aufmerksamkeit bedanken."

Die Paketbranche verzeichnet dieses Jahr ein ungewöhnlich hohes Mengenwachstum, das Weihnachtsgeschäft dürfte dieses Jahr einer Branchenschätzung zufolge 20 Prozent höher sein als 2019. Grund ist die Pandemie - viele Menschen shoppen lieber im Internet statt im Geschäft. Die Logistiker arbeiten am Anschlag, obwohl zusätzliches Personal eingestellt wurde.