Magdeburg (dpa/sa) - Schreckgespenst toter Winkel: Auf den Straßen Sachsen-Anhalts ist derzeit nur ein einziger Bus mit einem Abbiege-Assistenten unterwegs, der vor Radlern oder Fußgängern warnt. Im Fuhrpark der landesweit tätigen Verkehrsunternehmen und Verbünde gebe es insgesamt 1779 Busse, antwortete das Magdeburger Verkehrsministerium auf eine kleine Anfrage der Landtagsabgeordneten Cornelia Lüddemann (Grüne).

Demnach soll der Bus aber bald Gesellschaft bekommen. Die Unternehmen hätten angekündigt, bei Neuanschaffungen auf das Assistenzsystem zu achten oder teils mithilfe von Fördermitteln nachzurüsten. Abbiege-Assistenten erfassen Menschen oder Hindernisse, die sich im unmittelbaren Umfeld eines Fahrzeugs befinden. Sie warnen dann akustisch und optisch, damit Fahrer rechtzeitig bremsen können.

"Abbiegeassistenten für Lkw sind unabdingbar, um die Vision Zero, also Null Verkehrstote, zu erreichen", sagte Lüddemann. "Sie müssen selbstverständlich sein bei Lkw und Bussen, die neu angeschafft werden. Ich erwarte, dass alles unternommen wird, um den gesamten Fuhrpark des Landes schnellstmöglich umzurüsten." In den 134 Lkw im Fuhrparkbestand der Ministerien und ihrer Geschäftsbereiche fehlen Abbiegeassistenten dem Verkehrsministerium zufolge aktuell gänzlich.