Dessau-Roßlau/Naumburg (dpa/sa) - Bei einem Besuch bedeutender Unesco-Welterbestätten Sachsen-Anhalts hat sich Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) für mehr Austausch zwischen den ost- und westdeutschen Bundesländern stark gemacht. "Nutzt jetzt die Chance! Reist mal innerhalb Deutschlands! Reist an die Weltkulturerbestätten Sachsen-Anhalts!", appellierte Laschet am Samstag an seine Landsleute. Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) pflichtete seinem Kollegen bei. Im 30. Jahr der Wiedervereinigung müsse man Signale und Akzente setzen und sich gegenseitig zeigen, was es im Land gebe, sagte Haseloff.

Am Samstag besichtigte der NRW-Chef gemeinsam mit seinem Amtskollegen zunächst das Bauhaus Dessau, das Lutherhaus in Wittenberg und die Wittenberger Schlosskirche, an deren Türen 1517 der Reformator Martin Luther seine 95 Thesen gegen den Ablasshandel geschlagen haben soll. Am Sonntag ging die Stippvisite nach Naumburg, in Sachsen-Anhalts Süden, weiter. Dort hätten die beiden Landes-Chefs den Dom samt der bedeutenden Stifterfiguren aus dem Mittelalter besichtigt, erklärte ein Regierungssprecher Sachsen-Anhalts am Sonntag.

Der Naumburger Dom steht - wie auch das Bauhaus Dessau und die Luther-Stätten in Wittenberg - auf der Welterbeliste der Unesco. Haseloff betonte, dass es kein anderes Bundesland in Deutschland mit einer größeren Dichte an Welterbe-Stätten gebe. Insgesamt befinden sich fünf Unesco-Orte im Land. Auch Stätten in Nordrhein-Westfalen stehen auf der Welterbeliste. Laschet warb dafür, dass die Sachsen-Anhalter - insbesondere Schulklassen - nach NRW kommen sollen, um vor Ort mehr über Sehenswürdigkeiten, wie etwa das Architektur- und Industriedenkmal Zeche Zollverein in Essen, zu lernen.

Daneben zeigten sich die beiden CDU-Politiker über die pflichtmäßigen Corona-Tests für Reiserückkehrer aus Risikogebieten einig. Laschet erklärte, dass es nur eine vorübergehende Lösung sein könne, die Kosten für die Tests auf den Rücken der Steuerzahlenden auszutragen. Zuletzt stiegen wieder die Zahlen der Infizierten in Deutschland.

Auch der bis spätestens 2038 geplante Kohleausstieg war Thema bei dem Treffen der beiden Ministerpräsidenten. Im mitteldeutschen Kohlerevier würden in den kommenden 20 bis 25 Jahren umfangreiche Umstrukturierungen stattfinden, sagte Haseloff am Sonntag. Die für den Kohleausstieg vorgesehene finanzielle Unterstützung sei zwar notwendig. Aber es brauche darüber hinaus auch Ideen und strategische Vereinbarungen, um "alternative Arbeitsplätze zu entwickeln", sagte Sachsen-Anhalts Landes-Chef besonders mit Blick auf die Jobperspektiven junger Menschen. Sowohl in Sachsen-Anhalt als auch in Nordrhein-Westfalen gibt es große Kohlevorkommen. Es müssten gemeinsam Lösungen für die Umstrukturierungen gefunden werden, so Haseloff.