Magdeburg (dpa/sa) - Magdeburger Forscher wollen ein E-Bike entwickeln, das auf Anfrage selbstständig seinen Nutzer ansteuert. Ein Team aus Maschinenbauern, Informatikern, Logistikern und Umweltpsychologen strebe an, in wenigen Jahren eine Flotte dieser autonomen Lastenräder auf die Straßen der Landeshauptstadt zu bringen, teilte die Otto-von-Guericke-Universität am Montag mit. Jedes individuelle Fahrzeug solle sich per App zum Standort rufen lassen und sich nach der Nutzung wieder selbstständig zurück ins Depot bewegen. Nutzer sollen mit variablen Aufsätzen einfache Lasten oder auch zusätzliche Personen wie Kinder mitnehmen können.

Ein Prototyp mit drei Rädern werde schon in den kommenden Wochen im Magdeburger Straßenverkehr getestet. Er soll Bordsteine und andere Verkehrsteilnehmer erkennen. Umweltpsychologen befragen potenzielle Nutzer zur Akzeptanz des neuartigen Fahrzeugs, wie die Universität weiter mitteilte. Zu den größten Herausforderungen gehöre eine zuverlässige Analyse, wo sich das E-Bike befinde und welchen Weg es nehmen solle. Es müssten Lösungen für knifflige Situationen gefunden werden, etwa wenn Hindernisse seinen geplanten Weg verstellten. Auch unterschiedliche Witterungsbedingungen spielten eine Rolle.

"Schon ab 2020 könnte Magdeburg damit zum Vorreiter bei der Nutzung kleiner, umweltverträglicher autonomer Fahrzeuge werden", hieß es. Das Projekt werde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.