Halle (dpa/sa) - Nach dem Terrorattentat auf die Synagoge in Halle mit zwei Toten und zwei Schwerverletzten registriert die Telefonseelsorge eine steigende Zahl von Anrufen. Die Anrufer äußerten sich besorgt über die Geschehnisse und befürchteten, dass ähnliche Taten erneut passieren könnten, sagte die Leiterin der Einrichtung in Halle, Dorothee Herfurth-Rogge, am Donnerstag. "Die Nähe zu uns hier in Halle macht den Menschen Angst." Sie würden die Orte wiedererkennen, die sie in den Medien oder im Internet zu sehen bekommen. "Manche können die Bilder einfach nicht vergessen und rufen dann bei uns an."

Betroffene, Angehörige, Zeugen oder traumatisierte Menschen hätten nach einer solchen Tat einen erhöhten Redebedarf und müssten sich das Erlebte von der Seele reden, sagte Herfurth-Rogge weiter. "Die Menschen suchen mit dem Gespräch bei uns Entlastung." Durch die Anonymität der Gespräche per Telefon, Mail oder Chat, könnten Beratungssuchende wertneutral und ohne Angst vor Repressalien ihre Befürchtungen äußern.

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