Berlin (dpa) - Das Bundesumweltministerium hat den Bundesländern an der ehemaligen innerdeutschen Grenze zwischen Bundesrepublik und DDR mehr Geld für den Naturschutz in Aussicht gestellt. Dafür würden 50 Millionen Euro zur Verfügung gestellt, sagte Umwelt-Staatssekretär Jochen Flasbarth am Mittwoch in Berlin. 30 Jahre nach dem Mauerfall solle das gesamte "Grüne Band" als nationales Naturmonument ausgewiesen werden, das sei Aufgabe der Länder. Sachsen-Anhalt habe das gemacht, Brandenburg habe es im Koalitionsvertrag, und er sei zuversichtlich, dass es mit den anderen Ländern auch gelinge. Bisher habe es bereits 50 Millionen Euro vom Bund gegeben, das solle nun wiederholt werden.

Flasbarth traf sich im Umweltministerium an einem Stück der ehemaligen Berliner Mauer mit Michael Succow, der im Januar 1990 zum letzten stellvertretenden Umweltminister der DDR ernannt worden war. Auch auf sein Betreiben hin wurden neben Freiflächen an der ehemaligen Grenze etwa ehemalige Truppenübungsplätze oder Jagdreviere für DDR-Funktionäre unter Naturschutz gestellt. Es sei eine "ungeheure Revolution im Umgang mit Landschaft" gewesen, berichtete Succow. Die Bürgerbewegung habe den Umwelt- und Naturschutz nach oben auf die Wende-Agenda gebracht.

Thüringen hatte vergangenen Herbst das "Grüne Band Thüringen" von rund 763 Kilometern Länge als Nationales Naturmonument ausgewiesen, damit es wie ein Naturschutzgebiet geschützt ist. Sachsen-Anhalt hatte im Oktober beschlossen, seinen 343 Kilometer langen Anteil am "Grünen Band" ebenfalls zum Naturmonument zu erklären. In Brandenburg hat sich die neue Koalition von SPD, CDU und Grünen vorgenommen, die rund 30 Kilometer "Grünes Band" entlang der Grenze zu Niedersachsen als Nationales Naturmonument auszuweisen.

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