Nürnberg (dpa) - In Ostdeutschland müssen mehr Menschen ihre Einkünfte mit Sozialleistungen aufstocken als im Westen. So bezog im Osten 2019 fast jeder vierte Minijobber im Alter von 25 bis 55 Jahren Hartz-IV, im Westen waren es 11 Prozent, wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Dienstag in Nürnberg mitteilte. Die "Neue Osnabrücker Zeitung" hatte zuvor über die Zahlen berichtet, die aus einer Antwort der BA auf eine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag stammen.

Auch mit Blick auf alle Arbeitnehmer zeigte sich demnach ein Gefälle: Im Westen stockten 1,4 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten und 7,5 Prozent der Minijobber auf, im Osten waren es
2,4 und 15,7 Prozent. Die größten Unterschiede gab es bei den Beschäftigten ab 55 Jahren. In Ostdeutschland waren mit 1,8 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten und 16,2 Prozent der Minijobber etwa doppelt so viele wie im Westen (0,9 Prozent und 7,3 Prozent) auf Hartz IV angewiesen.