Halle (dpa/sa) - In die Debatte um ein sogenanntes Windbürgergeld hat sich auch Sachsen-Anhalts Energieministerin Claudia Dalbert eingeschaltet. "Wir müssen das Akzeptanzproblem angehen", sagte die Grünen-Politikerin der "Mitteldeutschen Zeitung" (Freitag). Von den bisher 26 Klagen gegen Windkraftanlagen in Sachsen-Anhalt seien nur fünf mit Verstößen gegen den Naturschutz begründet worden. Bei den übrigen gehe es um mangelnde Akzeptanz bei Anwohnern, so die Politikerin. Erst kurz vor Weihnachten hatte sich laut der Zeitung etwa die Gemeinde Südharz (Mansfeld-Südharz) gegen den Bau neuer und den Umbau bestehender Windräder ausgesprochen.

Eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe will bis Ende März Vorschläge erarbeiten, wie Bürger und Gemeinden künftig von Windrädern in ihrer Umgebung profitieren können, um die Akzeptanz für Windparks zu steigern. Nach dem Willen der SPD soll an die Anwohner direkt ein "Windbürgergeld" fließen.

Von Januar bis Mitte Juli 2019 wurden der Zeitung zufolge lediglich 14 Windräder in Sachsen-Anhalt aufgestellt. Dalbert will die Zustimmung betroffener Anwohner nun auch mit finanzieller Beteiligung an den Erträgen von Windparks erreichen. Denkbar sei es, die Betreiber zu verpflichten, den jeweiligen Kommunen einen bestimmten Anteil der Einkünfte zur Verfügung zu stellen. "Wir prüfen gerade, ob und wie das rechtlich möglich ist", so die Ministerin.