Magdeburg (dpa/sa) - Nach dem islamistischen Anschlag in Wien überprüft die Polizei auch die Sicherheitsmaßnahmen für jüdische Einrichtungen in Sachsen-Anhalt. Seit Bekanntwerden der Tat am Montagabend führten Polizei und Gemeinden intensive Gespräche, um die Lage zu erörtern, sagte ein Sprecher des Innenministeriums der Deutschen Presse-Agentur. Die Sicherheitsmaßnahmen werden entsprechend angepasst. Aus taktischen Gründen könnten keine Details genannt werden, wie die Verstärkung aussieht. Zudem prüften die Sicherheitsexperten die generelle Lage im Land.

Am Montagabend war ein 20 Jahre alter Österreicher mit nordmazedonischen Wurzeln schwer bewaffnet durch ein Ausgehviertel nahe der Hauptsynagoge in Wien gezogen. Laut Zeugen schoss er wahllos in die voll besetzten Lokale. Vier Menschen starben bei dem Angriff, darunter auch eine Deutsche. Mindestens 22 weitere Menschen wurden verletzt. Nach neun Minuten erschossen Polizisten den Angreifer. Nach Behördenangaben war er ein Sympathisant der Terrormiliz "Islamischer Staat".

Im Oktober 2019 hatte ein schwer bewaffneter Attentäter in Halle die Synagoge und einen nahe gelegenen Döner-Imbiss angegriffen. Bei dem rechtsextremen und antisemitischen Anschlag starben zwei Menschen, viele weitere wurden verletzt. Am Oberlandesgericht läuft derzeit der Prozess gegen den 28 Jahre alten Deutschen Stephan Balliet. Direkt nach dem Attentat hatte das Land Rundum-Bewachung für jüdische Einrichtungen angeordnet.