Magdeburg (dpa) - Der Feuerwehrmann beim 1. FC Magdeburg heißt Christian Titz. Der ehemalige Coach des Hamburger SV soll und muss dem Traditionsclub aus Sachsen-Anhalt schnellstens neues Leben einhauchen, ansonsten droht dem früheren Europapokalsieger nicht nur der Abstieg in die Regionalliga, sondern auch der Sturz zurück in die Bedeutungslosigkeit. Die Mission beim derzeitigen Tabellenvorletzten der 3. Liga ist nicht aussichtslos und dennoch sehr schwer. Denn im Club und seinem Umfeld ist der Ernst der Lage noch nicht bei allen angekommen.

Drei Tage brauchte Sportdirektor Otmar Schork, um einen Nachfolger für den am Dienstagabend zurückgetretenen bisherigen Trainer Thomas Hoßmang zu finden. Den Namen Titz hatten bei allen Spekulationen nur die wenigsten auf dem Zettel. "Wir sind sehr froh, dass es uns innerhalb weniger Tage gelungen ist, Christian Titz für den 1. FC Magdeburg zu gewinnen. Mit ihm haben wir einen neuen Impuls gesetzt und gehen jetzt gemeinsam die Mission Klassenerhalt in der 3. Liga an. Er verfügt über viel Erfahrung, hat bereits in der Bundesliga und in der 2. Bundesliga gearbeitet", sagte Schork zur Verpflichtung des 49-Jährigen, der einen Vertrag bis Saisonende unterschrieb.

Die Zeit, in der sich Titz im großen Fußball einen Namen machte, war kurz. Von März bis Oktober 2018 war er Trainer des Hamburger SV, stieg mit ihm aus der Bundesliga ab und schaffte es auch im Unterhaus nicht, den einstigen Dino wieder auf Kurs zu bringen. Nach insgesamt 18 Spielen war für den früher selbst nur unterklassig spielenden Titz in Hamburg Ende. Danach gab es noch eine einjährige Anstellung bei Regionalligist Rot-Weiß Essen. Seit Juli 2020 war er ohne Engagement.

Bereits am Montag sitzt Titz erstmals auf der Bank des 1. FC Magdeburg. Im Spiel bei Türkgücü München muss er versuchen, gleich zu punkten. Das war seinem Vorgänger Hoßmang in 22 Spielen nur 21 Mal gelungen. Zu wenig für die Verantwortlichen. Der Druck auf den 54 Jahre alten früheren Bundesliga-Profi von Dynamo Dresden und Energie Cottbus war zu groß geworden, er ging von sich aus, bevor andere ihn dazu auffordern konnten.

Wichtig für Titz wird es sein, schnellstens aus einer verunsicherten Ansammlung von durchaus guten Individualisten wieder eine Mannschaft zu formen, die vor allem auch den Weg nach vorn sucht. Das geschah unter Hoßmang viel zu selten. Mit 19 Treffern hat der FCM den zweitschlechtesten Angriff der Liga, obwohl mit dem früheren Kapitän Christian Beck oder auch Sören Bertram sehr torgefährliche Routiniers zur Verfügung stehen.

"Es gilt jetzt, schnell die Mannschaft zu erreichen und in eine erfolgreichere Zukunft zu führen", fordert deshalb Schork vom neuen Trainer. Für den sechsten FCM-Coach seit dem glorreichen Aufstieg in die 2. Bundesliga unter dem damaligen Trainer Jens Härtel 2028 ist die Zeit begrenzt.

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