Magdeburg/Köthen (dpa/sa) - Rund 3500 SPD-Mitglieder in Sachsen-Anhalt können von Freitag an bei einer Befragung über das künftige Landes-Führungsduo entscheiden. Jedes Mitglied habe zwei Stimmen - jeweils für einen männlichen Favoriten und für eine weibliche Favoritin, hieß es am Freitag. Drei Männer und zwei Frauen stehen zur Wahl. Die Kandidaten mit den meisten Stimmen sollen dann als neue Doppelspitze dem ordentlichen Landesparteitag im Januar 2020 in Aschersleben vorgeschlagen werden. Damit soll die Nachfolge für den derzeitigen Landeschef Burkhard Lischka bestimmt werden.

Sachsen-Anhalts SPD ist nach eigenen Angaben die erste Landes-SPD, die dann eine Doppelspitze wählt. Bis Ende November läuft die Mitgliederbefragung. Das prominenteste Neu-Mitglied, der Satiriker Jan Böhmermann, bleibt bei der Kür der Landesspitze allerdings außen vor.

Zwar sei der Satiriker am 1. Oktober - dem Stichtag - als Mitglied in die SPD in Köthen aufgenommen worden, hieß es damals. Allerdings lief die Eintrittsfrist für die Mitgliederbefragung bereits am Nachmittag des Tages ab. Böhmermanns Eintritt war aber erst gültig, nachdem am späten Abend die Kreis-SPD in Anhalt-Bitterfeld grünes Licht für eine Ausnahmeregelung gegeben hatte.

Derzeit gibt es 3547 Mitglieder in der Landespartei. Auch für die Bundes-SPD wird derzeit eine neue Doppelspitze gesucht.