Sangerhausen(dpa/sa) - Der traditionsreiche Fahrradbauer Sachsenring hat einen neuen Eigentümer. Nach der dritten Insolvenz der Firma in sechs Jahren einigte sich der Insolvenzverwalter Philipp Hackländer am vorigen Freitag mit einer Investorengruppe auf den Verkauf, wie Hackländer am Dienstag mitteilte. 75 der rund 120 Mitarbeiter sollen demnach für die Fahrradproduktion im alten Mifa-Werk in Sangerhausen übernommen werden.

Die Sachsenring Bike hatte Mitte November Insolvenz angemeldet. Das Amtsgericht Halle hat am 1. Januar 2021 das entsprechende Hauptverfahren eröffnet. Für den Nachfolger des Unternehmens Mifa mit mehr als 110-jähriger Fahrradbau-Tradition war die Insolvenz bereits die dritte Pleite in sechs Jahren. Der Coburger Unternehmer Stefan Zubcic hatte die Fahrradfertigung im Süden Sachsen-Anhalts 2017 aus der Pleite heraus übernommen, und den traditionsreichen Namen Mifa durch den bekannten Herstellernamen des DDR-Autos Trabant, Sachsenring, ersetzt.

Der Verkauf sei ein hartes Stück Arbeit gewesen, sagte Hackländer laut Mitteilung. So hätten die zur Betriebsfortführung erforderlichen Grundstücke, Fabrikhallen und Maschinen nach den drei Insolvenzen in verschiedenen Firmen gelegen. "Im Ergebnis werden 75 Arbeitsplätze gerettet und die Fahrrad- und E-Bike-Produktion in Sangerhausen erhalten", resümierte Hackländer. "Der Dank für diesen schönen Erfolg gebührt allen am Verkauf Beteiligten einschließlich dem Betriebsrat und den Mitarbeitern, die ihren Optimismus nie verloren und mich bei meinen Sanierungsmaßnahmen hervorragend unterstützt haben."

Die neuen deutschen und internationalen Eigentümer seien zum langfristigen Erhalt und zur Weiterentwicklung des Standorts bereit und in der Lage, sagte der Insolvenzverwalter. "Sie verfügen insbesondere über schnellen Zugang zu den Materialien für die Fahrrad- und E-Bike-Produktion."

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