Halle (dpa/sa) - Trotz geltender Hygieneregeln dürfen sich derzeit rund 80 Kaderathletinnen und -athleten in Sachsen-Anhalt auf die Olympischen Sommerspiele vorbereiten. Die meisten Sportlerinnen und Sportler davon sind Leichtathleten (21), gefolgt von 17 Schwimmerinnen und Schwimmern, wie aus Zahlen des Landesverwaltungsamts hervorgeht. Die ursprünglich für dieses Jahr geplanten Spiele in Tokio wurden wegen der Corona-Pandemie auf 2021 verlegt. Eine Ausnahmegenehmigung um sich auf die Olympischen Winterspiele 2022 in Peking vorzubereiten, haben den Angaben zufolge derzeit elf Sportler.

Laut der fünften Eindämmungsverordnung von Sachsen-Anhalt darf Sport momentan nur im Freien stattfinden, wenn sich an bestimmte Hygieneregeln gehalten wird. Schwimmbäder sind derzeit noch geschlossen. Ausnahmen sind nur in bestimmten Fällen gestattet, etwa für die Vorbereitung auf die Olympischen Spiele.

Doch auch im Breitensport sind wieder Sportlerinnen und Sportler im Training. "Die große Herausforderung für unsere Vereine ist es, sich auf die neuen Bedingungen einzustellen", heißt es vom Landessportbund. Es müssten sich vor allem Gedanken zu Hygieneplänen gemacht werden. Dies zu organisieren, sei vor allem in Städten schwierig, wenn mehrere Vereine dieselbe Anlage nutzten.

Landesweite Zahlen, wie viele der mehr als 3000 Vereine des Landessportbunds genau wieder eingeschränkt trainieren können, liegen nicht vor. Aus Halle hieß es, dass von 99 gestellten Anträgen 91 genehmigt wurden, knapp halb so viele wie in Magdeburg (48). "Etwa 20 bis 25 Vereine haben ihre Trainingseinheiten wieder aufgenommen", teilte die Stadt Dessau-Roßlau mit. Hauptsächlich sei dies in den üblichen Freiluftsportarten wie Tennis, Fußball, Leichtathletik, Rudern der Fall. Einzelne Volleyballgruppen seien mit entsprechend neu gestalteten Spielfeldern, die den Abstandsregelungen entsprechen, ebenfalls wieder im Training.

Weniger konkret sind die Angaben aus den Landkreisen, da dort oft die einzelnen Kommunen beziehungsweise die jeweiligen Träger der Sportanlagen über Trainingsmöglichkeiten entscheiden. Von vielen Kreissportbünden heißt es ebenfalls, dass keine exakten Zahlen vorlägen, wie viele Vereine wieder Trainings anbieten. "Anfangs war ein Training in den gewohnten Vereinsgruppen nicht möglich. Es gab wöchentlich Trainingspläne für Zuhause", teilte etwa der Kreissportbund Börde mit.

Mittlerweile schätzt der Kreissportbund Börde, dass alleine 20 Pferdesportvereine das Training wieder aufgenommen haben. Zwischenzeitlich hätten sich Familien auch eigene Fitnessstudios im Freien aufgebaut oder Park- und Gartenbänke als Trainingsgeräte genutzt.

Trotz finanzieller Einbußen durch fehlende Sponsorengelder und ausgefallene Veranstaltungen blickt der Landessportbund optimistisch in die Zukunft. Von Normalität sei man zwar noch weit entfernt, aber der Sportbetrieb normalisiere sich weiter, resümierte ein Sprecher. Natürlich fehlten noch Zuschauer und Wettkämpfe, wobei man sich bewusst sei, dass die gegebene Vorsicht gerechtfertigt sei.