Köthen/Dessau-Roßlau (dpa/sa) - Fünf Monate nach dem Tod eines 22-Jährigen in Köthen müssen sich zwei junge Männer Anfang Februar vor Gericht verantworten. Der Beginn der Hauptverhandlung sei für den 5. Februar geplant, teilte das Landgericht Dessau-Roßlau am Freitag mit. Die Staatsanwaltschaft wirft den beiden 17 und 18 Jahre alten Afghanen gefährliche Körperverletzung und Körperverletzung mit Todesfolge vor. Am Abend des 8. September sollen sie im Streit zunächst einen Landsmann geschlagen haben. Dann sei der 22-jährige Deutsche dazugekommen und habe schlichten wollen.

Einer der Angeklagten habe dem 22-Jährigen ins Gesicht geschlagen, so dass dieser zu Boden fiel. Der andere Angeklagte soll ihm dann mindestens einen Fußtritt gegen Oberkörper oder Kopf versetzt haben, hieß es in der Mitteilung des Gerichts weiter. Der junge Mann starb wenig später in einer Klinik.

Laut einem medizinischen Gutachten war wahrscheinlich ein akuter Herzinfarkt die Todesursache. Er sei mutmaßlich durch eine angeborene Herzerkrankung ausgelöst worden. Mitauslösend oder begünstigend könnten die Gewalteinwirkung und der Stress gewirkt haben, aber auch die Tatsache, dass der 22-Jährige unter deutlichem Alkoholeinfluss stand. Auch die beiden Angeklagten hatten Alkohol getrunken. Sie sitzen in Untersuchungshaft.

Der Fall war Anlass für mehrere Demonstrationen in Köthen, an denen nach Polizeiangaben auch jeweils mehrere Hundert Rechtsextreme teilnahmen.