Köthen (dpa) - Nach dem tödlichen Streit in Köthen haben sich nach Schätzungen rund 500 Menschen am Sonntagabend an einem sogenannten Trauermarsch beteiligt. Rechte Gruppierungen hatten in sozialen Netzwerken zur Teilnahme an der Aktion in der Stadt in Sachsen-Anhalt aufgerufen. Die Teilnehmer zogen nach Augenzeugenberichten schweigend und ohne Transparente oder Spruchbänder durch die Straße in Richtung eines Spielplatzes, wo sich der Streit ereignet hatte. Dort legten Teilnehmer Blumen nieder.

Zuvor hatten rund 50 Menschen gegen rechte Hetze demonstriert. Sie waren dem Aufruf der Linken-Politikerin Henriette Quade gefolgt und hatten sich am Bahnhof der Stadt versammelt. "Wo sich der Mob formiert, funken wir dazwischen", war auf Spruchbändern zu lesen.

Nach einem nächtlichen Streit war in Köthen ein 22 Jahre alter Deutscher gestorben. Die Polizei nahm zwei Afghanen im Alter von 18 und 20 Jahren fest. Nach Angaben der Polizei starb der Mann an akutem Herzversagen. Dieses habe nicht "im direkten kausalen Zusammenhang mit den erlittenen Verletzungen" gestanden, teilte die Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Ost am Sonntagabend mit Blick auf das vorläufige Obduktionsergebnis mit.

Facebook-Post von Hauschild