Schönebeck (dpa/sa) - Die Hausärzte in Sachsen-Anhalt fordern die Wiedereinführung der telefonischen Krankschreibung und pochen auf den Grundsatz "Wer krank ist, bleibt zu Hause". Das sollte nicht nur für Kita, Schule und Beruf gelten, sondern für das gesamte gesellschaftliche Leben und die Freizeit, heißt es in einem am Montag veröffentlichten Papier des Hausärzteverbandes Sachsen-Anhalt mit Blick auf eine Covid-19-Strategie für die Herbst- und Wintermonate. Die Sonderregelung für telefonische Krankschreibungen, mit der Ansteckungsmöglichkeiten verringert und Arztpraxen entlastet werden sollten, war zum 31. Mai ausgelaufen.

Die Hausärzte unterstützen zudem den Vorschlag, die Quarantänezeit bei einer nachgewiesenen Corona-Infektion auf fünf Tage zu verkürzen. Sie befürworten auch die selektive Testung möglicher Infizierter und die Versorgung von Covid-19-Patienten in sogenannten Fieberambulanzen und Schwerpunktpraxen. So könnten in den Wartezimmern der Hausarztpraxen Infektionsmöglichkeiten verringert und genug Kapazitäten für den Praxisalltag geschaffen werden.

Der Hausärzteverband teilte weiter mit: "Natürlich werden bei uns auch Patienten mit Erkältungskrankheiten, Grippe und Covid-19 behandelt. Dafür sollen diese Patienten aber die Aushänge beachten und nach Möglichkeit telefonisch mit den Praxen Kontakt aufnehmen, um in viele extra eingerichtete Infekt-Sprechstunden gelenkt zu werden oder gesonderte Anweisungen zu erhalten."