Halle/Magdeburg (dpa/sa) - Dutzende Festnahmen und Kiloweise sichergestellte Drogen: Die Polizei hat nach monatelangen Ermittlungen gegen die organisierte Kriminalität in Sachsen-Anhalt nun Ergebnisse präsentiert. Seit dem Frühjahr wurden demnach insgesamt 24 Männer und Frauen im Alter von Anfang 20 bis Mitte 50 festgenommen, vier von ihnen am vergangenen Wochenende in Magdeburg. Sie befinden sich alle in Untersuchungshaft, wie der Sprecher der Polizeiinspektion in Halle, Ralf Karlstedt, am Dienstag sagte.

Ihnen werden Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz vorgeworfen. Sie sollen illegale Drogen besessen, damit gehandelt und im Land hergestellt haben. Zwei der Beschuldigten seien bereits vor dem Landgericht Halle angeklagt worden.

Die Polizei stellte bei Durchsuchungen unter anderem in Halle, Magdeburg und im Burgenlandkreis bislang gut 85 Kilogramm illegale Drogen sicher. Dazu gehörten kiloweise Amphetamine und Marihuana sowie Crystal, Kokain und rund 200 Cannabis-Pflanzen. Der Straßenverkaufswert der Drogen liege bei "weit über einer Million Euro", sagte Karlstedt. "Das ist einer unserer größeren Erfolge der letzten Jahre", sagte er. Ein Team von Kriminalisten der Polizeiinspektion in Halle hatte die Federführung der Ermittlungen im Land. Im Drogenmilieu wurden auch Waffen und Bargeld beschlagnahmt.

Bei der großangelegten Razzia mit 90 Beamten am Freitag in Magdeburg wurden in Wohnungen und Garagen mit Unterstützung von Spezialkräften des Landeskriminalamtes (LKA) allein etwa 22 Kilogramm Amphetamine sichergestellt, wie Karlstedt sagte. Die vier Männer - ein 52 Jahre alter Ukrainer und drei Deutsche im Alter von 22, 40 und 42 Jahren - wurden festgenommen. Gegen sie wurden Haftbefehle erlassen.

Bei den insgesamt 22 Männern und zwei Frauen, die sich in Untersuchungshaft befinden, handelt es sich den Angaben zufolge überwiegend um Deutsche. Einige kommen demnach aus Syrien und Albanien. Die beschlagnahmten Drogen waren laut Karlstedt weitgehend für den Handel in Sachsen-Anhalt vorgesehen. Nähere Angaben wurden aus ermittlungstaktischen Gründen zunächst nicht gemacht.

Pressemitteilung der Polizeinspektion Halle