Magdeburg (dpa/sa) - Die SPD-Spitzenkandidatin für das Europaparlament, Katarina Barley, hält die Einführung eines kostenlosen Nahverkehrs in Deutschland für ein erstrebenswertes Ziel. Die Idee finde sie ausgesprochen charmant, sagte die 50-Jährige am Freitagnachmittag bei einem Wahlkampfauftritt auf dem Magdeburger Marktplatz auf eine Frage eines Zuhörers. Sie lebe in einem kleinen Ort bei Trier und erlebe, dass das nahe gelegene Luxemburg jetzt kostenlosen Nahverkehr einführe.

"Es müsste nicht nur kostenlos sein, sondern auch die Verbindungen verbessert werden", sagte Barley weiter. Derzeit sei es vielerorts schon eine "heftige Herausforderung" mit Bus und Bahn zu fahren, wenn man 20 Kilometer von einer großen Stadt entfernt wohne.

Finanzminister Olaf Scholz, der mit Barley in Magdeburg war, zeigte sich zurückhaltender. Jedes Bundesland und jede Gemeinde müsse selbst prüfen und entscheiden, was der richtige Weg sei, sagte er. Aus seiner Sicht sei der stärkere Ausbau des Nahverkehrsnetzes allerdings eine drängende Frage. Zu diesem Zweck wolle der Bund den Ausbau von Schienen für den Nahverkehr künftig mit deutlich mehr Geld fördern.

Am 26. Mai wird ein neues Europaparlament gewählt, in Sachsen-Anhalt stehen parallel dazu auch Kommunalwahlen an.