Magdeburg (dpa/sa) - Einer Frauenquote für CDU-Parteiämter kann Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) nichts abgewinnen. "Ich bin da kritisch", sagte Haseloff dem Nachrichtenmagazin "Spiegel" mit Blick auf eine Forderung der Frauen-Union vor dem CDU-Bundesparteitag in Leipzig. "Alle Eingriffe in die freie Entscheidung sollten wir sehr gut abwägen. Ich habe in der DDR gelebt, da wurde bis in die Schule hinein alles von der Regierung bestimmt und geregelt."

Der CDU-Politiker sagte weiter: "Meiner Vorstellung von einer attraktiven Demokratie entspricht eine vorgegebene Quotierung jedenfalls nicht." Nur 26 Prozent der Mitglieder bundesweit seien gegenwärtig Frauen, das sei deutlich weniger als ein Drittel, so Haseloff. Die Forderung der Frauen Union (FU) nach einem Reißverschlussverfahren für mehr weibliche Amts- und Mandatsträger ist umstritten.

Haseloff sagte, in seiner Heimatstadt Wittenberg sei die CDU-Fraktionsvorsitzende eine Frau, ebenso die Stadtratsvorsitzende und die Kreisvorsitzende. "In meinem Wahlkreis sind die meisten wichtigen Posten mit Frauen besetzt. Das haben die ganz allein hinbekommen." Auch seine Ehefrau, Stadträtin in Wittenberg, lehne eine Quote vehement ab. Haseloff resümierte: "Die Männer müssen mehr Rücksicht auf die Frauen nehmen, und die Frauen müssen sich verstärkt ins Rennen werfen."