Magdeburg (dpa/sa) - Im Streit um ein Recht auf Arbeiten von zu Hause haben sich die Grünen auf die Seite der SPD und damit gegen die CDU gestellt. "Wenn wir aktuell begründet in die Freiheitsrechte der Bürgerinnen und Bürger und in das Recht auf Bildung der jungen Generation eingreifen, ist eine Einschränkung der unternehmerischen Freiheit zu akzeptieren", sagte Fraktionschefin Cornelia Lüddemann am Donnerstag. "Wir plädieren daher für eine befristete Corona-Arbeitsschutzverordnung, die Unternehmen während der Pandemie verpflichtet, ihren Beschäftigten Homeoffice zu ermöglichen, soweit es die betrieblichen Anforderungen zulassen."

Am Mittwoch hatte bereits SPD-Fraktionschefin Katja Pähle ein Recht auf Homeoffice gefordert und hatte dadurch massive Kritik der CDU ausgelöst. Pähle hatte kritisiert, dass die Appelle an die Wirtschaft nicht ausgereicht hätten, ähnlich äußerte sich Lüddemann. Die CDU sah darin eine unzulässige Pauschalisierung. Nach dem Wirtschaftssprecher der Landtagsfraktion, Ulrich Thomas, legte die Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung (MIT) der CDU am Donnerstag nach. "Das Letzte was die Wirtschaft jetzt braucht sind weitere Zwangsmaßnahmen und Belastungen", sagte MIT-Landeschef Detlef Gürth.

Lüddemann forderte, sich in der Frage nicht zu streiten. "Wir müssen nun alles tun, vernünftig durch die schwierigsten Wochen der Pandemie zu kommen", sagte Lüddemann. "Da helfen Streitigkeiten innerhalb der Koalition nicht weiter."