Magdeburg (dpa/sa) - Die Grünen-Landesvorsitzende und Krankenschwester Susan Sziborra-Seidlitz fordert, alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Krankenhäuser an den geplanten Corona-Prämien zu beteiligen. "Wer mit dieser Anerkennung glänzen will, muss auch sicherstellen, dass sie ankommt", sagte sie am Montag. Von den Prämien im vergangenen Jahr hätten viele Kolleginnen und Kollegen nichts bekommen, teilweise hätten die Krankenhausbetreiber stattdessen Sachgeschenke verteilt. "Bei uns gab's Cremedosen", berichtete Sziborra-Seidlitz.

Besonders belastete Klinikmitarbeiter sollen als Anerkennung in der Corona-Pandemie bis Ende Juni eine Prämie von bis zu 1500 Euro pro Person bekommen. Das geht nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur aus einer Vorlage von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) für das sogenannte Corona-Kabinett der Bundesregierung an diesem Montag hervor. Die Zeitungen der Funke Mediengruppe hatten zuerst darüber berichtet. Insgesamt stellt die Bundesregierung dafür 450 Millionen Euro bereit. Kliniken mit mehr als 500 Betten sollen bei mehr als 50 Covid-19-Fällen zum Zug kommen, kleinere Häuser ab 20 Covid-Fällen.

Sziborra-Seidlitz bezeichnete diese Voraussetzungen als "den gleichen ungerechten Konstruktionsfehler" wie bei den Prämien 2020. Jeder Corona-Fall sei eine große Belastung für das Personal. Viele Kolleginnen und Kollegen hätten sie als Landespolitikerin im vorigen Jahr auf die Prämien angesprochen und seien gelinde gesagt enttäuscht gewesen, nicht bedacht worden zu sein. "Nach Applaus und Cremedosen bei der tatsächlichen, spürbaren Anerkennung "vergessen" zu werden - das sorgt für Frustration und Berufsflucht", sagte die Grüne.

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