Berlin (dpa) - Der Theologe und frühere Rektor der Humboldt-Universität Berlin, Heinrich Fink, ist tot. Fink starb am Mittwoch in Berlin im Alter von 85 Jahren, wie die dpa aus dem Umfeld der Familie erfuhr. Zuvor hatten "Neues Deutschland" und "Junge Welt" berichtet.

Fink stammte aus dem bessarabischen Korntal, das heute zur Republik Moldau gehört. Die Familie siedelte 1940 nach Posen um und flüchtete 1945 nach Brandenburg.

Fink studierte evangelische Theologie an der Ostberliner Humboldt-Universität. Dort war er dann auch zunächst Dozent und übernahm später eine Professur. Im April 1990 wurde er zum Rektor der Universität gewählt.

Ein Jahr später folgte die Entlassung nach Vorwürfen, wonach er seit 1969 als Inoffizieller Mitarbeiter (IM) für die DDR-Staatssicherheit gearbeitet haben sollte. Fink gab dagegen an, jahrelang ohne sein Wissen abgeschöpft worden zu sein. Seine juristische Gegenwehr scheiterte letztlich vor dem Bundesverfassungsgericht.

Für die SED-Nachfolge PDS, eine der Vorläuferparteien der heutigen Linken, saß Fink von 1998 bis 2001 als Parteiloser im Bundestag. Daneben engagierte er sich im "Komitee für Gerechtigkeit", um Interessen der Menschen in den neuen Bundesländern zu vertreten. Zudem war er Ehrenvorsitzender der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA).

Infos zu Heinrich Fink

HU zu Fink

Bericht "Junge Welt"

Bericht "Neues Deutschland"