Halle (dpa/sa) - Unternehmer aus Sachsen-Anhalt haben vermehrt Rat zu Zöllen und außenwirtschaftlichen Fragen bei Handelsexperten gesucht. Im vergangenen Jahr gab es insgesamt 435 Beratungstermine bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) Halle-Dessau, wie ein Sprecher der IHK in Halle sagte. Das sei ein Rekord gewesen. In diesem Jahr suchten die Firmen aus dem Süden von Sachsen-Anhalt allein von Januar bis September 340 Mal Hilfe bei den IHK-Experten. Das sei erneut ein leichter, aber spürbarer Anstieg.

Die Unternehmen aus dem Norden des Landes nutzten ebenfalls verstärkt das Angebot, sich zu außenwirtschaftlichen Fragen bei den Experten der IHK Magdeburg beraten zu lassen. Dort lag die Zahl der Beratungen nach eigenen Angaben bis Ende September bereits bei 89 Prozent des gesamten Vorjahres.

Die Gründe für den Anstieg an den Beratungen sind vielschichtig. Nach Angaben der beiden Industrie- und Handelskammern sind die Unternehmen durch die immer unübersichtlicher werdende Lage auf dem Weltmarkt und die sich zuspitzenden Handelskonflikte verunsichert. Sie hätten vor allem Fragen zu den neuen Zöllen zwischen den USA und der EU sowie den USA und China oder zu dem bevorstehenden Brexit. Bei der IHK Magdeburg etwa gebe es daher auch zunehmend Nachfragen nach Workshops, die sich mit Zöllen beschäftigten, hieß es.