Magdeburg (dpa/sa) - Gut viereinhalb Monate nach dem Terroranschlag von Halle befasst sich heute um 10.00 Uhr erstmals ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss mit der rechtsextremen Tat. Im Zentrum steht dabei die Frage, ob die Sicherheitsbehörden den Anschlag mit zwei Toten hätten verhindern können. Auf der ersten Sitzung soll der Untersuchungsausschuss zunächst Verfahrensfragen klären, etwa welche Fraktion welche Zeugen vorladen will. Die Sitzung ist nicht öffentlich, bei der Befragung der Zeugen soll die Öffentlichkeit hingegen zugelassen werden.

Ein 27-jähriger Deutscher hatte am 9. Oktober schwer bewaffnet versucht, in eine Synagoge einzudringen. Darin hatte die Gemeinde gerade den höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur gefeiert. Als der Angreifer nicht in das Gotteshaus eindringen konnte, erschoss er eine 40 Jahre alte Passantin vor der Tür sowie kurz darauf einen 20-Jährigen in einem nahen Imbiss. Nur die Sicherheitsvorkehrungen der Gemeinde hatten den Terroristen am Eindringen in die Synagoge gehindert - die Polizei hatte das Gotteshaus trotz des hohen Feiertages nicht durchgehend bewacht und war dafür kritisiert worden.