Demker/Stendal (dpa/sa) - Die Staatsanwaltschaft Stendal prüft Vorwürfe von Tierschützern gegen eine Milchviehbetrieb in Demker. Es gebe ein Ermittlungsverfahren, sagte ein Sprecher der Behörde am Mittwoch. Der Verein Soko Tierschutz wirft dem Betreiber vor, dass auf dem Bauernhof Rinder misshandelt wurden und tote Tiere bis auf die Knochen verwesten. Der beschriebene Sachverhalt sei angezeigt worden, sagte der Sprecher. Die Ermittlungen dauerten an.

Nach dem Hinweis eines anonymen Anrufers auf angebliche Missstände hätten Tierärzte die Ställe am 9. April und nochmals am 9. Mai unangekündigt überprüft, teilte der Landkreis Stendal am Mittwochabend mit. Dabei seien "keine gravierend kritischen Befunde zutage" getreten. Alle rund 700 Tiere seien in Augenschein genommen worden. "Auf dem Gelände wurde kein verendetes Tier gefunden", heißt es in der Mitteilung.

Nach Einschätzung de Amtstierarztes handele es sich aber "nicht um einen Vorzeigebetrieb". Der bauliche Zustand der Anlage sei sanierungsbedürftig, die Haltungsbedingungen ließen jedoch noch eine Tierhaltung zu. Die Zahl von 46 verendeten Tieren von Januar bis Mai dieses Jahres sei "relativ hoch". Es habe jedoch keine Anzeichen dafür gegeben, dass tote Tiere länger im Stall gelegen hätten.

Die Tierschützer berufen sich auf Filmaufnahmen, die sie nach eigenen Angaben im März und April gemacht haben. Sie werfen den Behörden zudem vor, bei Kontrollen weggeschaut zu haben.