Halle (dpa/sa) - Im vergangenen Jahr sind bei den zuständigen Gerichten Sachsen-Anhalts weniger Anträge auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens eingereicht worden als 2019. In der Summe seien es rund 2400 Anträge gewesen, teilte das Statistische Landesamt am Montag mit. Nach den vorläufigen Zahlen sind das etwa 980 weniger als 2019. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 2200 solcher Verfahren eröffnet. Die voraussichtlichen Gläubigerforderungen beliefen sich auf rund 268 Millionen Euro, deutlich weniger als 2019 (circa 607 Millionen Euro).

2020 stellten 353 Unternehmen in Sachsen-Anhalt einen Insolvenzantrag. Die meisten davon kamen aus dem Baugewerbe (66). Neben Unternehmen beantragten rund 2 050 weitere Schuldner die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens.

Die Gründe für die niedrigeren Insolvenzzahlen sehen Wirtschaftsexperten in den staatlichen Hilfsmaßnahmen in der Krise, in einer Aussetzung der Insolvenzantragspflicht und in einer abwartenden Haltung der Unternehmen. "Viele Unternehmen sind gesund und mit finanziellen Polstern in die Krise gegangen und können bis zum Wiederaufschwung nach der Krise durchhalten", sagte kürzlich ein Mitarbeiter des Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung in Halle (IWH).

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