Magdeburg (dpa/sa) - Die Qualität der Gewässer in Sachsen-Anhalt ist laut einer Studie der Umweltschutzorganisation WWF besonders schlecht. In einem bundesweiten Ranking belegte das ostdeutsche Bundesland den vorletzten Platz, wie ein Sprecher des World Wide Fund For Nature (WWF) am Montag mitteilte. Nur Sachsen schnitt noch schlechter ab. Dreiviertel aller Bäche und Flüsse in Sachsen-Anhalt sind der Studie nach in einem mäßigen bis unbefriedigenden Zustand. Die Bewertung der Seen fiel ähnlich aus: Sie seien allesamt in einem schlechten Zustand.

Aber auch für die erstplatzierten Bundesländer fiel die Bewertung nicht gut aus. Bayern, Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein schnitten zwar am besten ab, lägen aber trotzdem "weit hinter den gesetzlichen Vorgaben der EU-Wasserrichtlinien zurück". Über einem Drittel der deutschen Grundwasservorkommen attestiert das Ranking einen "schlechten chemischen Zustand", bloß acht Prozent der deutsche Fließgewässer seien ökologisch intakt.

Als Gründe für die schlechten Werte nannten die Autoren Nitrate und Quecksilber, die aus Kohlekraftwerken und der Landwirtschaft in das Wasser gelangten. Flüsse und Bäche seien zudem begradigt, zu Wasserstraßen ausgebaut und dadurch aus ihrem ökologischen Gleichgewicht gebracht. WWF-Vorstand Christoph Heinrich forderte die Länder angesichts der schlechten Ergebnisse dazu auf, "den Gewässerschutz endlich ernst zu nehmen".

In der Studie verglich der WWF den Stand der Umsetzung von EU-Vorgaben zum Wasserschutz. Die sogenannte Wasserrahmenrichtlinie gilt seit 2000.

Umweltbundesamt zur Wasserrahmenrichtlinie

Wasserrahmenrichtlinie